Wir sind gelandet und angekommen!

Nach einem langen, aber guten Flug sind wir gestern Nachmittag in Dar-es-Salaam gelandet.

Dar ist eine unglaublich geschäftige Stadt und versinkt im Verkehrschaos. DSCN8237

Nach mehreren Stunden im Stau haben wir es geschafft und sind im Mzimbasi Center angekommen. Zumindest war viel Platz im Auto …

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DSCN8239Heute um 4:45 Uhr war es dann soweit: endlich geht’s auf nach Ifakara! Dank der relativ guten Straßenverhältnisse (70 km sind zwar nicht geteert, aber frisch eingeebnet) waren wir schon nach 7 Stunden in Ifakara – eine sehr kurze Reise für die rund 450 km. Bei der Fahrt durch den Mikumi National Park, war eigentlich schon fast alles zu sehen, was die afrikanischen Steppe zu bieten hat: Antilopen, Zebras, Gnus, Paviane, Giraffen und natürlich Elefanten!

Aber auch Ifakara hat viel zu bieten: vor allem gute Freunde! Der Empfang war mehr als herzlich und schon während der Fahrt haben wir immer wieder Nachrichten bekommen, wo wir sind und wann wir ankommen werden. Viele altbekannte Gesichter und natürlich die beiden Angestellten unseres Vereins: Faidha und Moses.

Nach einem kurzen Mittagessen machen wir uns mit ihnen auf den Weg zum Markt – Obst, Gemüse, Schuhe aus alten Autoreifen … es ist laut, bunt und man hat das Gefühl in Afrika angekommen zu sein. Es ist das Afrika, das man sich vorstellt, aber irgendwie doch ganz anders. Fernsehbilder werden dem bunten Treiben nicht gerecht – es gibt wunderbares Obst und Gemüse und die kreativsten Wege vermeindlichen Müll zu verarbeiten, wie diese Flip-Flops aus alten Autoreifen!

Wir sind angekommen und freuen uns auf spannende Tage!

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Auf Wiedersehen Europa …. Afrika wir kommen!

Morgen ist es soweit: wir fliegen wieder nach Tansania!

 

Von einer wunderschönen Hochzeit gestern Abend – ganz im Zeichen der Trachten – machen wir uns morgen Abend auf den Weg nach Tansania ….

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… und auch diesmal wird die Reise wieder über diesen Blog mit zu verfolgen sein (soweit es das Stromnetz zulässt). Wir freuen uns auf viele spannende Begegnungen und sind gespannt, was sich in unseren Projekten seit Herbst getan hat!

 

 

Aber zuerst muss gepackt werden … noch ist nicht alles in den Reisetaschen, aber ein Anfang ist gemacht!

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Und dank der Erinnerung eines lieben Kollegen ist auch die Zahnbürste dabei! Danke, Thomas!

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Abflug …

… bald geht es los – wir machen uns auf den Weg zum Flughafen und dann via Doha/Qatar nach München. Knapp nach 13 Uhr starte die Maschine in Dar es Salaam und knapp nach 6 Uhr morgens laden wir in München, nach einem mehrstündigen Zwischenaufenthalt in Doha. Wir durchqueren mehrere Zeitzonen, überfliegen den Äquator und unzählige Städte und Dörfer.

Was bei rund 35  Grad beginnt endet im europäischen Herbst. Es scheint surreal, dass dieses herbstliche Europa existiert – es scheint zu weit weg. Und doch, morgen sind wir dort …

Wir freuen uns auf Familien und FreundInnen, werden den Alltag, das Leben und unsere FreundInnen hier gleichzeitig vermissen … auf jeden Fall ist klar: Wir kommen wieder! Tutarudi!Hände

Strand der Schmetterlinge

K1024_P1020229Am “Kipepeo Beach”, am”Schmetterlings Strand”, haben wir den heutigen Tag verbracht. Ein wunderbarer Sandstrand, fast für uns alleine. Wir waren heute die Ersten am Strand – zusammen mit den Zebramangusten …

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… erst am Nachmittag waren andere Touristen zu sehen. Es st wirklich ein wunderbarer Ausblick auf den Indischen Ozean. Bei 38,6 Grad fällt es schwer zu glauben, dass es November ist. Wir genießen das angenehm warme Wasser – sogar ohne Schwimmflügel!

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Dann am späteren Nachmittag zeigt sich wieder das Gesicht der Armut. Prostituierte kommen in 2er und 3er Gruppen an den Strand auf der Suche nach Kunden für die Nacht. Immer mehr Menschen drängen in die Stadt, in der Hoffnung hier ein besseres Leben zu finden. Sie verlassen ihre Heimatdörfer um hier in noch mehr Armut zu leben.

Viele der Touristen hier haben außer Nationalparks und Strand nicht viel vom Land gesehen. Es ist interessant ihnen zuzuhören, wenn sie von Safari-Trips und Kilimanjaro-Touren sprechen und ein Land beschreiben, das uns irgendwie fremd erscheint. Es scheint, als gebe es mehr als nur 1 Tansania. Uns lässt “unser” Tansania auf jeden Fall nicht los. Den ganzen Tag über melden sich Bekannte aus Ifakara und fragen nach, wie es uns geht usw.

Für uns reicht ein Tag hier auf jeden Fall. So schön es hier auch ist – wir fühlen uns in Ifakara wohler und nützlicher! Auch wenn wir uns heute unter die klassischen Touristen mischen – so ganz fühlen wir uns nicht “dazu-gehörig”. Für uns ist es ein Tag zum Ausspannen vor der Heimreise, für andere der gesamte Tansania Urlaub. Den bewachten Strand darf man nicht verlassen, das wäre zu gefährlich – wir fühlen uns eingesperrt.

Warum fährt man zum Badeurlaub hierher?, das fragen wir uns – das könnte man doch auch in Europa haben. Warum macht man Urlaub, wo man sich einsperren lassen muss?

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Angekommen in Dar

… sind wir vor ca. 1 Stunde. Die Reise war lang und anstrengend, aber ohne Zwischenfälle.  Auch wenn manchmal die Überholmanöver sehr gewagt sind …

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Stundenlang staut man sich durch den Stadtverkehr mit wunderbarer musikalischer Untermalung (fragt uns nicht nach 80’s Pop!!!!).

Jetzt sitzen wir am Kipepeo Beach vor unserer kleinen Hütte und beobachten Meer und Sonnenuntergang … so schön es hier ist und so sehr wir die Ruhe genießen – es ist kein Vergleich zu Ifakara. Die Menschen dort haben uns ein Gesicht Tansanias gezeigt, das man in solchen Touristen-Resorts nie kennen lernen wird.

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Safari njema ….

Auf dem Weg von Ifakara nach Dar es Salaam passiert man den Mikumi Nationalpark. Es ist zwar einer der kleineren tansanianischen Parks, aber sicher auch einer der Schönsten. Für ein paar Stunden haben wir gestern unsere Reise unterbrochen um durch den Park zu fahren und anschließend im Ort Mikumi zu übernachten.

Die große Frage auf jeder Safari ist: Werden wir auch Löwen sehen? Und schon beim Einsteigen ist mir dieses Exemplar vor die Linse gelaufen:

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Den Haaren nach eindeutig ein Löwe ….

 

Das erste was wir AUSSERHALB des Autos gesehen haben war aber nicht weniger beeindruckend – diesmal wirklich Löwen. Ein Rudel schläft unter einem Baum. Wir haben viel Glück, meint der Guide, so schnell Löwen zu sehen.

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Was sich sonst noch so alles im Park tummelt …. Elefanten, Giraffen, viele Gazellen und Antilopen, Büffel,Zebras, Gnus, ….

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Uns ist da so Einiges vor die Linse gelaufen in sehr kurzer Zeit, denn all zu lange wollten wir nicht bleiben. Heute Früh war schließlich Aufbruch nach Dar.

 

Abschied von Ifakara

Es ist soweit – heute ist unser letzter Abend in Ifakara …. morgen Früh geht es weiter nach Mikumi, zu einer 1-Tages Safari und von dort aus direkt nach Dar es Salaam.

Wir denken zurück an die letzten Tage und Wochen und an den heutigen Tag, an dem sich so viele unserer FeundInnen von uns verabschiedet haben. Die Studenten, die im Jugendzentrum unterrichten, Jakob und Joseph mit ihren Freunden …. Andresa und ihre Familie, die überglücklich sind, dass das Problem des Schulgelds für ein weiteres Jahr aus der Welt geschafft ist … Fahida und Elija, die uns an vielen Tagen begleitet haben … die Familie von Moses, die wir heute nochmal besucht haben, nachdem seine Mutter darauf bestanden hat, dass sie uns ihren Segen für die reise mitgeben möchte … Mama Mgaya, die Obfrau der “Wanawake Wakatoliki”, die sich im Namen der Frauen Ifakaras für die Projekte bedankt … Sombi, der nochmal mit uns in die Messe gehen wollte … Jugendliche aus dem Jugendzentrum …. viele waren es, die heute noch bei uns waren. Sie alle waren in den letzten Wochen Teil unseres Lebens und unseres Alltags.

Wir sitzen vor unserem Zimmer im lauen Abend, die Grillen zirpen, undefinierbare Tierlaute rund um uns herum und die Musik einer Feier dröhnt durch die Nacht. Europa scheint weit weg – unvorstellbar weit weg. Und doch sind wir in einer Woche schon wieder dort. Und vielleicht erscheint uns dann das hier als unvorstellbar weit weg …

Wir sind dankbar für die Zeit hier und die Begegnungen – ab morgen beginnt ein neuer Teil unserer Reise ….

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Das Gasthaus zur fröhlichen Schwester …

… hat uns heute Abend willkommen geheißen! Auf ihre Einladung hin, sind wir heute bei den Franziskanerinnen in Ifakara zum Abendessen erschienen und das Abend war alles andere als kontemplativ und ruhig!

Im Haus leben 4 Schwestern und sie alle freuen sich immer über Besuch! Sie haben uns vorzüglich bekocht und wir hatten einen wirklich, wirklich unterhaltsamen Abend mit 4 außergewöhnlichen Frauen. Sie strotzen vor Lebensfreude und Zuversicht und arbeiten allesamt fleißig für Menschen, die ihnen am Herzen liegen. So zB Schwester Agatha (“Mama Tangawizi”, nach ihrem Lieblingsgetränk), die sich jeden Tag für leprakranke Menschen einsetzt. Sie arbeitet im “Nazarethi”, der Leprastation in Ifakara und kümmert sich liebevoll und resoektvoll um die ihr anvertrauten Menschen.

Für uns war es eine Ehre den Abend mit diesen Frauen zu verbringen – und wir hatten sehr viel Spaß! Mit Nonnen verbinden wir in Europa meistens keine Frauen, die gern Witze machen, viel und laut Lachen und auch gern mal eine Flasche Bier aufmachen. Heute Abend haben wir Frauen getroffen, die Lebensfreude ausstrahlen und ihr Leben leben, bewusst mit Ordenstracht. Frauen, denen man es abnimmt, dass sie gerne Nonnen sind. Frauen, die – offensichtlich – glücklich sind!

Wir ernten ungläubige Blicke, als wir erzählen, dass Nonne bei uns Zuhause meist nicht in der Kirche tanzen, singen und schreien. Sie lachen sehr darüber und schließlich fragt die jüngste Schwester (Schwester Patricia alias “Mama Maji”): “Why?” “Warum?” Warum ist bei euch alles so ernst in der Kirche? Tja, wenn wir darauf eine Antwort hätten ….

“Ich bitte Gott um ein langes Leben für dich!”

Sie steht vor unserer Tür; eine große Frau, unsicher lächelnd gibt sie uns die Hand und fragt wer “Dschoane” sei. Ich stelle mich – Johannes – vor und frage was ich für sie tun kann. Sie sagt nur “Mimi Mama Baraka.” (“Ich bin Mama Baraka.”) Sie kommt um sich zu bedanken. Baraka ist einer der Schüler, der von uns ein Stipendium bekommt. Wir haben ihn letztes Jahr kennen gelernt und es war sofort klar, dass man jemand so klugen unterstützen muss. Das haben wir nur all zu gern übernommen. Seit einem Jahr nun, nachdem das Geld nicht gereicht hat für die Schulgebühren. Ein weiteres Jahr hat er noch vor sich.

Zum Glück haben wir gerade Besuch von einer tansanianischen Freundin, die für uns übersetzt. Mama Baraka spricht selbst kein Englisch und es ist ihr wichtig, dass wir verstehen was sie sagt. Das häufigste Wort ist “Asante”,”Danke”. Sie dankt dafür, dass ihr Sohn zum Schule gehen kann, dass er lernen kann, dass er glücklich ist. Er sei der Klügste in der Familie und viel interessierter daran zu Lernen als seine Geschwister. Sie arbeitet als Krankenschwester und kann sich die Schulgebühren nicht leisten und der Vater von Baraka sei insgesamt mit 4 Frauen verheiratet, zahle aber nur für die Kinder der Hauptfrau Unterhalt. Insgesamt hat ihr Mann 25 Kinder.

Und nun sitzen wir da mit dieser Frau, die ihr Leben lang gearbeitet hat, ihre Kinder großgezogen hat und leicht beschämt dafür dankt, dass wir das möglich machen, was für sie unmöglich war. Was sagt man darauf? “Wir tun das gern”? “Keine große Sache”? “Sie müssen mir nicht danken?” Es fehlen Worte. Ihr uns mir.

Ich sage ihr, dass wir uns darüber freuen, dass er so gute Erfolge erzielt, ich sage ihr, dass es schön ist jemanden unterstützen zu können, der so gerne lernt und so fleißig ist. Aber es fehlen die Worte.

Und dann kämpft sie mit den Tränen – als sie sich bedankt, für das was letztes Jahr knapp vor Weihnachten passiert ist. Für die Operation ihres Sohnes, der einen Tumor hatte. Rund 450 € hat die Operation und der Krankenhausaufenthalt gekostet. Geld, das über uns zu ihnen kam, von 2 Leuten aus Europa. 2 Freunde von Ifakara, die gesagt haben, anstatt uns gegenseitig etwas zu schenken, was wir nicht brauchen – schenken wir einem jungen Mann das was er braucht. Sie weiß nicht wie sie sich bedanken soll.

Immer wieder kommt nur der Satz “Ich bitte Gott um ein langes Leben für dich! Du hast meinem Sohn eine Chance gegeben!”

Sie steht auf und geht nach draußen und holt einen Sack voll Reis – einen kleinen, wie sie sagt – 15 kg! Dazu ein kleines Säckchen mit jungem, gerösteten Reis – etwas ganz Besonderes hier! Das sei das Mindeste meint sie, bedankt sich nochmals und wünscht uns eine gute Reise und ein langes Leben.

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PS: Die Frage des Abends: Wie bringen wir 15kg Reis in den Flieger????