Farming is Charming

Es ist immer ein kleines Event für die BewohnerInnen Ifakaras, wenn wir als Gruppe „Wazungu“ („Weiße“) mit den Fahrrädern unterwegs sind. Besonders die Kinder sind begeistert; sie lachen, winken und rufen uns „piga picha“ („mach ein Foto“) zu. Barfuß und oft mit zerrissener Kleidung sitzen sie am Straßenrand und doch strahlt das Lächeln aus den schmutzigen Gesichtern.

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Wir sind unterwegs nach Katindiuka, einem Ortsteil von Ifakara, indem es besonders viele Felder gibt. Unser Ziel ist die Primary School und schon kommt sie in Sicht- v.a. aber in Hörweite. Wir hören Frauen singen und das traditionelle Freudengeschrei „Kigelegele“. Es sind die Frauen aus unserem Landwirtschaftsprojekt, die uns überschwänglich singend, tanzend und schreiend begrüßen. Der Staub wirbelt um die Frauen in ihren bunten Tüchern und jede der Bäuerinnen begrüßt uns mit Handschlag. Nach einem kurzen Blick auf die Baustelle an der Schule (ein neuer Klassenraum entsteht hier, dank der Sammelaktion des BRG/BORG-Landeck), die wir aber ein anderes Mal mit dem Schuldirektor besuchen werden, setzen wir uns in eine der Klassen.

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Die 14 Frauen beginnen zu erzählen. Seit Jahresanfang sind sie in unserem Landwirtschaftsprojekt „Farming is Charming“, das dank der großzügigen Spende der Firma „Landmaschinen Mayer“/“Siloking“ aus Tittmoning begonnen hat. In diesem Projekt wird für jede der Frauen 1ha Ackerland mit neuen Anbaumethoden, gezielter Düngung und Schädlingsbekämpfung bearbeitet. Zusätzlich bekommen die Frauen Schulungen zu diesen Themen. 3 Jahre lang bleibt jede Frau im Projekt, und jedes Jahr erhöht sich der Eigenbetrag, den sie selbst einbringen. Jetzt ist es Zeit für die erste Ernte und damit für eine Zwischenbilanz. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmerinnen haben bereits geerntet, die anderen sind gerade dabei zu ernten. Wir sind gespannt, wie der erste Zwischenstand ausfällt …

Sie erzählen uns von den Überschwemmungen im heurigen Jahr, die die Ernte vieler Menschen komplett vernichtet haben – für viele die absolute Katastrophe!

„Unsere“ Frauen aber ziehen eine andere Bilanz: Stolz erzählen sie uns von ihren Erfolgen! Bis zu 2,5mal so viel haben sie ernten können! Die Freude darüber ist riesengroß. In einem Jahr, indem fast alle Verluste hinnehmen mussten, haben sie eine Steigerung ihres Einkommens geschafft.  Es ist bewegend und beeindruckend zu hören, was einige der Frauen zu erzählen haben. Fast alle von ihnen sind Witwen oder Alleinerzieherinnen und damit ist ihr Einkommen gleichzeitig das Familieneinkommen.  Immer wieder beginnt das Freudengeschrei während der Erzählungen zwischen den Erzählungen.

Amina ist eine der Frauen mit der ertragreichsten Ernte. Die 2-fache Mutter erzählt uns, was sich für sie verändert hat. Vor dem Projekt hat sie eine Mahlzeit am Tag einnehmen können – jetzt sind es 3! Solche und ähnliche Geschichten hören wir von jeder Bäuerin. Inzwischen haben sie sogar begonnen einen Teil ihres zusätzlichen Einkommens zu sparen – jede Woche zahlen sie etwas in eine gemeinsame Kasse ein, aus der sich jede Frau einen Kredit geben lassen kann, der mit Zinsen zurück gezahlt wird.

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Die Freude über unseren Besuch ist groß – gerne berichten die Frauen, was sich in den letzten Monaten getan hat und sie bedanken sich überschwänglich, auch mit Geschenken für uns und den Hauptsponsor „Landmaschinen Mayer“ in Deutschland.  Singend und tanzend werden wir zu unseren Fahrrädern begleitet.

Solche Begegnungen, solche Ergebnisse – das sind ganz besondere Momente, die uns zeigen: Auch mit kleinen Mitteln kann man für einzelne Menschen große Veränderungen herbeiführen. Ein großes „ASANTE“ („DANKE“) an unsere UnterstützerInnen!

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