Lernen sich seine eigenen Träume zurecht zu schneidern

Ein Gastkommentar von René Siegele

Nachdem uns Moses gestern bereits mit einem bis Sonntag durchgeplanten „Timetable“ ins Staunen versetzt hat, bekamen wir heute Vormittag einen Einblick in das hervorragend geführte Office der „Freunde von Ifakara“. Faidha und Moses stellten dabei ihre Projekte vor und berichteten äußerst detailliert von ihren Tätigkeiten und auch Träumen für die Zukunft. Allein bei den Berichten wurde uns allen klar, dass sowohl Faidha als auch Moses einerseits ihr Herzblut in ihre Aufgaben stecken und andererseits dankbar sind, dass ihnen durch den Verein diese Chance gegeben wird. Im Gespräch mit uns machten sie auch deutlich, welche Ergebnisse sie bereits in kurzer Zeit erreicht hatten und wie weiter daran gearbeitet werden kann, diese Erfolge und die Umsetzung ihrer Träume zu vergrößern.

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Besonderen Eindruck erweckten die von Faidha erarbeiteten Grafiken zum Thema „Ursachen und Umgang mit HIV“. Johannes erhielt von Moses aber auch eine detaillierte Budgetaufstellung mit Rechnungen zu allen Ausgaben betreffend das Landwirtschaftsprojekt. Moses berichtete uns von seiner durchgeführten Umfrage bei den unterrichteten Frauen, aus der sich ergibt, dass teilweise eine Steigerung der Ernte auf das 1,5-fache erzielt werden konnte – bei gleicher Anbaufläche.

Gegen Ende des Informationsaustausches übergab Johannes die Gastgeschenke – hier ist es üblich, dass Gäste ihren GastgeberInnen Geschenke mitbringen. Von Jutta aus Bayern konnte er die „real gewordenen Träume“ übergeben. Aber besonders freute sich Faidha über den traditionellen Trachtenschmuck aus Europa. Moses muss mit seinem Landwirtschaftsprojekt natürlich sehr viel Zeit draußen im Gelände verbringen. Da kommen die neuen Bergschuhe gerade richtig und er  hat nun festes Schuhwerk um auf dem nicht immer einfachen Boden der Tatsachen in Ifakara sicher aufzutreten.

 

Nach dem typischen Mittagessen (v.a. Reis) und einem richtig guten Kaffee von Barista Martin machten wir uns nachmittags auf den Weg um das von Faidha geleitete Schneidereiprojekt zu begutachten. Moses hatte für uns Fahrräder organisiert und so schlängelte sich unser Trupp unter seiner Führung durch den noch gewöhnungsbedürftigen Linksverkehr.

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Da Faidhas Zuhause auf dem Weg lag, konnten wir so auch noch ihre Familie und ihre süße zweijährige Tochter Aida kennenlernen. Für eine alleinerziehende Mutter ist es in Tansania nicht einfach ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und jede Hilfe ist willkommen.

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Etwas später waren wir angekommen. Uns erwarteten circa 15 Frauen und der Besitzer der Schneiderei. Bei diesem Projekt werden HIV-infizierte Frauen als Schneiderinnen eingearbeitet und ihnen dadurch die Möglichkeit gegeben, Geld für Nahrung, Kleidung  oder ihre Familie zu verdienen.

Kaum angekommen wurden uns die ersten Erzeugnisse unter die Nase gehalten und später auch als Geschenk an Carina und Petra übergeben. Nach einer überschwänglichen Begrüßung und Vorstellung führte Petra mit Moses Unterstützung ein paar Interviews mit einzelnen Frauen. Durchwegs konnte heraus gehört werden, dass die Frauen froh sind, durch diese Arbeit ihre Familien unterstützen zu können und wieder ein wichtiges Mitglied der Familie zu sein. Meist kommt es nämlich vor, dass die HIV-Infizierten von ihrer Familie regelrecht ausgeschlossen und komplett allein gelassen werden.

Im Gespräch mit der Gruppe konnte Barbara auch gleich ihre Erfahrungen einbringen es wurden ihre Nähtipps von der wissbegierigen Truppe regelrecht aufgesaugt und gleich in die Tat umgesetzt. Zu sehen, mit welchem Enthusiasmus hier alle bei der Sache sind, macht deutlich, dass dieses Projekt weiter gefördert und unterstützt werden muss.

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