Tutaonana!

Und wieder heißt es Abschied nehmen … unser Freund und zukünftiger Mitarbeitet Moses Subert macht sich morgen Früh auf den Weg zurück nach Musoma!

Wir danken ihm für die gemeinsame Zeit, die tollen Ideen und die Arbeit die auch er in die Entwicklung des Landwirtschafts-Projekts gesteckt hat! Moses hat uns in der letzten Zeit täglich begleitet und seinen Alltag mit uns geteilt – Asante sana! Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit ihm!

Für einige Zeit waren wir Teil der Familie Subert, durften ihre Höhen und Tiefen für einige Wochen miterleben … wer zahlt die Krankenhausrechnung? Woher bekommt eine Alleinerzieherin einen Kredit? Wer kümmert sich um die Alten in der Familie? Wir sind dankbar für das Teilen eures Lebens mit uns!

Moses du wirst uns fehlen!

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Illegale Geschäfte in Ifakara aufgedeckt!

Ifakara, 28.10. 22:32 Uhr

Herr Jeremias A. wurde im Pfarrhaus Ifakara des Verbrechens der GELDWÄSCHE überführt!

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In Anbetracht des schmierigen, schwarzen Films auf den Geldscheinen der Tansanian Shilligs werden wir von einer Strafanzeige Abstand nehmen und ihn statt dessen den tansanianischen Orden für “shillingi usafi”, der hiesigen Notenbank, verleihen – wegen seines Verdienstes um ungewöhnliche Sauberkeit!

 

Jeremias @ Fam. A.: Mir geht es gut – stop – brauche dringend mehr Geld – stop

Safari njema, Mama Schennachi!

Wir verabschieden Christine “Mama” Schennach (oder diverse andere Formen diesen Nachnamen zu schreiben), die offizielle “Mama usafi” (Mutter der Sauberkeit) und “Bishop of the Main Store” als Titel führen darf!

Christine ist seit 20 Jahren mehrmals jährlich im Krankenhaus “St. Francis” in Ifakara und legt ein anständiges Arbeitstempo und – pensum vor! Ohne sie würde es mit vielen Dingen dort wesentlich schlechter ausschauen!

Danke für deine Gastfreundschaft, die schöne gemeinsame Zeit hier und deine vielen guten Tipps! Dein Wissen über die Abläufe und Menschen hier haben uns schon so oft vor großen Fehlern bewahrt. Asante sana an “unsere” tansanianische Mama!K1024_P1020045

Kilama

Moses hat uns gestern mit in sein Heimatdorf genommen. Mit dem Rad liegt es ca. 1,5 Stunden von Ifakara entfernt … davon ist der größte Teil nicht geteert.

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Auf kleinen Straßen hüpfen die Räder dahin, manchmal müssen wir sie auch schieben – immer dann, wenn zu viel Sand auf dem Weg liegt. Wir sind früh aufgebrochen, trotzdem wird die Sonne immer stärker. Manchmal kommen uns RadfahrerInnen oder FußgängerInnen entgegen, die auf dem Weg zum Markt sind oder auch unterwegs ins Krankenhaus. Und dann kommen die LKWs, die Material für den geplanten Ausbau der Straße anliefern – und es wird finster. Staub und Sand überall. Wir müssen kurz warten bis sich der Staub wieder legt.

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In Kilama angekommen werden wir von Martha, der Schwester von Moses, willkommen geheißen. Sie hat das Essen schon vorbereitet – Mama Moses hat uns ein Huhn geschenkt, dazu gibt es gekochte Bananen. In kürzester Zeit spricht es sich herum, dass “wazungu” (Weiße) im Dorf sind und der Reihe nach kommen Nachbaren und Bekannte um uns zu begrüßen. Die Kinder des Dorfes sammeln sich in einer Gruppe und spähen hinter den einfachen Lehmhütten hervor – so ganz trauen sie sich doch nicht an uns heran. Nur die 3 Kinder von Martha trauen sich nach einiger Zeit uns zu begrüßen: Olivia, Albert und auch der kleine Lukas, der mit einem Tuch auf den Rücken seiner Schwester gebunden ist. Olivia ist 7 und kann natürlich schon auf ihren kleinen Bruder aufpassen – ihre Mutter Martha ist 22. Hier keine Seltenheit. Zum Abschied geben wir Martha die Geschenke, die wir mitgebracht haben: etwas Zucker und Tee, Seife und etwas Obst. Sie freut sich sehr, denn das sind wertvolle Dinge hier.

Auf dem Heimweg wird es sehr heiß, mehr als 39 Grad und kein Schatten – wir machen einen Zwischenstopp im Bethlehem-Center für eine kurze Verschnaufpause. “Bethlehem” ist die größte Sonderschule Tansanias, mit rund 120 SchülerInnen mit geistigen Beeinträchtigungen. Das Center bietet auch Ausbildungen in Weberei, Landwirtschaft, Schreinerei und Schnitzerei an. Viele Kinder kommen uns entgegen, sie haben gerade Nachmittagsbetreuung mit Musik und Tanz und zeigen uns, wie toll sie tanzen können. Es macht viel Spaß und wir machen auf jeden Fall keine so gute Figur wie sie 😉

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Zuhause angekommen – wird es DRINGEND Zeit für eine Dusche ….

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Nur die Hoffnung bleibt …

K1024_DSC_00262 kleine Räume in einem Haus – kein Verputz, nur die blanken Ziegel und Zement. Auf 2 Plastikstühlen haben Moses und ich Platz genommen. auf 4 Hockern sitzen Andresa und 3 ihre Kind. Die Gäste müssen auf die „besseren“ Stühle – darauf besteht sie. Sie freut sich über den Besuch sagt sie immer wieder. Ihre Kinder grüßen höflich, sind aber zurückhaltend. Zum ersten Mal sitzt ein Weißer in ihrem Haus.
Andrese ist krank. Man sieht es ihr an. Sie wirkt müde und ausgelaugt. Ihre Krankheit wird nicht vorüber gehen, das weiß sie. Sie leidet an AIDS, so wie viele hier – laut manchen Statistiken sind es rund 45% der Menschen hier. Leider wirkt diese Zahl nicht ganz fern der Realität.
Sie erzählt uns ihre Geschichte. Von der Kindheit im Dorf Kwiro in den Bergen, von ihrer Grundschulzeit und von 9 Unterleibsoperationen in ihrer Jugend. Dann von der Entscheidung weiter zur Schule zu gehen, in Mbeya im Süden des Landes. Und plötzlich wird mein Dolmetscher still. Ihre Kinder sehen zu Boden. Moses spricht langsam und leise, als er übersetzt: Dann kam die Vergewaltigung , die Schwangerschaft und das erste Kind – ihr Sohn, der neben ihr sitzt.
Sie erzählt weiter, vom Vater ihres 2. und 3. Sohnes, der sie dann verlassen hat und mit einer anderen Frau auf und davon war. Dann kamen 2 weitere Kinder mit einem anderen Mann, eines davon lebt bereits nicht mehr.
Irgendwann hat sich der Vater ver beiden älteren Söhne wieder gemeldet, sie zu sich geholt, die ganze Familie, nicht zur Freude seiner Familie, die sich nicht im Haus wollten. Sie wurde schikaniert, musste zT mit ihren Kindern draußen übernachten, vor dem Haus. Er hatte Affären und hat dann eine andere geheiratet und sie musste weg.
An diesem Punkt, schickt sie ihre Kinder nach draußen. Sie sollen das was kommt nicht hören, sich keine Sorgen machen. Sie erzählt uns, wie er sie infiziert hat mit HIV. Erst letztes Jahr hat sie es bemerkt – da war er schon 6 Jahre lang nicht mehr bei ihr.
Die kleineren Kinder wissen es nicht, sollen sich keine Sorgen machen, dass sie bald auch ihre Mutter verlieren könnten. Es gehe ihr gut, sagt sie uns, sie werde wieder stärker und die Virenlast sinke. Trotzdem, an Feldarbeit ist nicht zu denken. Wer soll jetzt die Familie ernähren? Sie ist auf Hilfe angewiesen – Hilfe von Auswärts. In den letzten Jahren haben engagierte FreundInnen aus Österreich geholfen. Sogar Geld für ein Haus haben sie ihr gegeben! Sie ist sehr dankbar dafür!
Was sie braucht frage ich, was sie sich wünscht? Schulgeld für die Kinder, Essen für die Kinder, alles nur für die Kinder. Sie macht sich sorgen, was passiert wenn sie stirbt. Es bleibt ihr nur die Hoffnung, dass ihr Leben besser wird.
Am Ende schenkt sie uns „jungen Reis“, eine Spezialität und teuer. Ich schäme mich. Für meinen Lebensstandart, für meine Hilflosigkeit, dafür, dass ich nicht den Bruchteil ihrer Stärke habe. Ich nehme die Daten der Kinder auf und hoffe jemanden zu finden der/die das Schulgeld übernimmt für die nächsten Jahre. Sie bedankt sich überschwänglich, fällt auf die Knie. Ich schäme mich noch mehr.
Andresa ist kein Einzelfall. Wie sie brauchen viele Menschen hier Unterstützung für ihr Auskommen und Überleben – an diesem Abend weiß ich, warum ich hier bin. Um ihre Geschichte zu erzählen, allen die sie hören wollen. Ich bin hier um Menschen in Europa zu zeigen, warum Projekte für Landwirtschaft und Bildung hier so wichtig sind. Helft uns!

Lichtspiele

ein – aus – ein – aus – ein ….

So geht’s uns im Moment mit dem Strom – mal haben wir welchen, dann wieder nicht. D.h. man sieht uns nie mehr ohne ….DSC_0010

Besuch bei Mzee Elieza

Heute Nachmittag waren wir im Dorf Mlabani (Ortsteil von Ifakara) eingeladen. Moses hat uns zu seiner Familie mitgenommen und wir durften den Nachmittag gemeinsam verbringen.

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 Im Bild: Shangazi (Tante) Pendo, Mama Moses/Gladis, Moses, Mzee Elieza, Ndugu (Bruder) Haroun

Mzee Elieza (Mzee= alter Mann; Elieza = der Familienname) hat uns herzlich vor seinem Haus begrüßt. Extra für uns hat die Familie Stühle in der Nachbarschaft ausgeliehen. Der “Mzee” kleidet sich in den traditionellen Stoff-Umhang seines Stammes, der Gogo und seine Ohren zeigen die Löcher von Pflöcken, wie es bei einem Mgogo üblich ist.

Wir treffen auch die Mutter von Moses, Gladis. Nach langen Krankenhausaufenthalten ist sie geschwächt und kann nicht zurück in ihr eigenes Haus. Sie lebt jetzt bei ihrem Vater, einem jüngeren Bruder mit Familie und einer jüngeren Schwester mit Familie. Dazu kommen noch 2 ihrer eigenen Söhne.

Wir sitzen vor dem Haus im Schatten der Bäume, mit Hühnern und Enten und sind an diesem Nachmittag natürlich DIE Attraktion des Dorfes – alles kommen vorbei um sich die “Wazungu” (Weißen) anzusehen 😉

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Dunkel war’s ….

…. der Mond schien helle!

Es ist wunderbar so viele Sterne und den hellen, klaren Mond hier zu sehen – ohne die Lichter einer Stadt vom Boden aus.

Wieder mal haben wir keinen Strom – für den Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel perfekt!

Wir sind angekommen!

Nach langer, ermüdender Reise sind wir am vergangenen Donnerstag in Ifakara angekommen. Heute haben wir zum ersten mal Internet!

Das Wetter *grins* ist besser als bei euch! Wir haben KEINEN Schnee 😉 Spitzen um die 30 Grad …K1024_DSC_0006