Abflug …

… bald geht es los – wir machen uns auf den Weg zum Flughafen und dann via Doha/Qatar nach München. Knapp nach 13 Uhr starte die Maschine in Dar es Salaam und knapp nach 6 Uhr morgens laden wir in München, nach einem mehrstündigen Zwischenaufenthalt in Doha. Wir durchqueren mehrere Zeitzonen, überfliegen den Äquator und unzählige Städte und Dörfer.

Was bei rund 35  Grad beginnt endet im europäischen Herbst. Es scheint surreal, dass dieses herbstliche Europa existiert – es scheint zu weit weg. Und doch, morgen sind wir dort …

Wir freuen uns auf Familien und FreundInnen, werden den Alltag, das Leben und unsere FreundInnen hier gleichzeitig vermissen … auf jeden Fall ist klar: Wir kommen wieder! Tutarudi!Hände

Nachtrag: Im Jugenzentrum

Bevor es an die Heimreise geht, wollen wir noch etwas über unsere Arbeit im Jugendzentrum berichten. Seit ungefähr einem Jahr bieten wir Schüler und Schülerinnen aus Ifakara Nachhilfeunterricht in den wichtigsten Schulfächern an. Dafür wurden zwei Medizinstudenten engagiert, um den Jugendlichen zehn Stunden wöchentlich bei Fragen zu helfen, da für viele von ihnen noch einiges unklar ist, auch nachdem es in der Schule besprochen wurde.

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So treffen sich in der Regel 30 bis 40 Jugendlich im Jugendzentrum, um ihre Kenntnisse in Englisch, Mathematik, Kisuaheli, Biologie, Geographie etc. zu verbessern. Die letzten Wochen bekamen die Nachhilfelehrer des Jugendzentrums Unterstützung aus Deutschland. Unser Freund Jeremias A. hatte sich bereit erklärt Englischnachhilfe anzubieten und so half er Montag bis Freitag für eine Stunde bei Fragen zu Grammatik und Textverständnis. Gespannt hörten die SchülerInnen seinen Erklärungen zu, denn nicht jeden Tag werden sie von einem “mzungu “(= Weißer) unterrichtet.

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Dar es Salaam

Wir sind in Dar und die Stadt ist ein einziges Verkehrschaos! Stundenlange Staus, unzählige Autos, Motorräder, Fahrräder, FußgängerInnen, Handkarren, … und alles geht drüber und drunter!

Heute haben wir Zeit mit den Dingen zu beginnen, die auf Grund von technischen Gebrechen, Internetverbindung oder Zeit den Weg in den Blog nicht geschafft haben!

Gleich zu Beginn: Das Tierspendenprojekt “SponsorSheep”. Viele Einzelpersonen, Familien und auch eine Schulklasse des akademischen Gymnasiums Salzburg (danke an Frau Prof. Birgit Mosshammer und die letztjährige 5e!) haben im letzten Jahr dieses Projekt unterstützt. Eure Spenden sind angekommen!

Die ersten Tiere haben wir schon anschaffen können, im Jänner gibt es dann gemeinsam mit dem Projektkoordinator Moses die ersten Schulungen zur richtigen Haltung der Tiere – dann folgt der Rest!

Ganz egal ob Schafe, Ziegen, Schweine, Kühe, Hühner oder Enten – die Tiere sollen es so gut wie möglich haben und ihre neuen BesitzerInnen sollen lernen wie man sie richtig hält.

Ob für eine Familie, eine Dorfgemeinschaft, eine Frauengemeinschaft oder eine alleinerziehende Mutter – für sie alle heißt Viehhaltung nicht nur ein Zusatzeinkommen, sondern auch ein “lebendiges Sparbuch”. Sonderausgaben wie Krankenhausaufenthalte, Medikamente usw. können endlich selbst bezahlt werden!

https://freundevonifakara.wordpress.com/2013/10/22/ziegen-als-sparbuch/

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Strand der Schmetterlinge

K1024_P1020229Am “Kipepeo Beach”, am”Schmetterlings Strand”, haben wir den heutigen Tag verbracht. Ein wunderbarer Sandstrand, fast für uns alleine. Wir waren heute die Ersten am Strand – zusammen mit den Zebramangusten …

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… erst am Nachmittag waren andere Touristen zu sehen. Es st wirklich ein wunderbarer Ausblick auf den Indischen Ozean. Bei 38,6 Grad fällt es schwer zu glauben, dass es November ist. Wir genießen das angenehm warme Wasser – sogar ohne Schwimmflügel!

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Dann am späteren Nachmittag zeigt sich wieder das Gesicht der Armut. Prostituierte kommen in 2er und 3er Gruppen an den Strand auf der Suche nach Kunden für die Nacht. Immer mehr Menschen drängen in die Stadt, in der Hoffnung hier ein besseres Leben zu finden. Sie verlassen ihre Heimatdörfer um hier in noch mehr Armut zu leben.

Viele der Touristen hier haben außer Nationalparks und Strand nicht viel vom Land gesehen. Es ist interessant ihnen zuzuhören, wenn sie von Safari-Trips und Kilimanjaro-Touren sprechen und ein Land beschreiben, das uns irgendwie fremd erscheint. Es scheint, als gebe es mehr als nur 1 Tansania. Uns lässt “unser” Tansania auf jeden Fall nicht los. Den ganzen Tag über melden sich Bekannte aus Ifakara und fragen nach, wie es uns geht usw.

Für uns reicht ein Tag hier auf jeden Fall. So schön es hier auch ist – wir fühlen uns in Ifakara wohler und nützlicher! Auch wenn wir uns heute unter die klassischen Touristen mischen – so ganz fühlen wir uns nicht “dazu-gehörig”. Für uns ist es ein Tag zum Ausspannen vor der Heimreise, für andere der gesamte Tansania Urlaub. Den bewachten Strand darf man nicht verlassen, das wäre zu gefährlich – wir fühlen uns eingesperrt.

Warum fährt man zum Badeurlaub hierher?, das fragen wir uns – das könnte man doch auch in Europa haben. Warum macht man Urlaub, wo man sich einsperren lassen muss?

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Angekommen in Dar

… sind wir vor ca. 1 Stunde. Die Reise war lang und anstrengend, aber ohne Zwischenfälle.  Auch wenn manchmal die Überholmanöver sehr gewagt sind …

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Stundenlang staut man sich durch den Stadtverkehr mit wunderbarer musikalischer Untermalung (fragt uns nicht nach 80’s Pop!!!!).

Jetzt sitzen wir am Kipepeo Beach vor unserer kleinen Hütte und beobachten Meer und Sonnenuntergang … so schön es hier ist und so sehr wir die Ruhe genießen – es ist kein Vergleich zu Ifakara. Die Menschen dort haben uns ein Gesicht Tansanias gezeigt, das man in solchen Touristen-Resorts nie kennen lernen wird.

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Safari njema ….

Auf dem Weg von Ifakara nach Dar es Salaam passiert man den Mikumi Nationalpark. Es ist zwar einer der kleineren tansanianischen Parks, aber sicher auch einer der Schönsten. Für ein paar Stunden haben wir gestern unsere Reise unterbrochen um durch den Park zu fahren und anschließend im Ort Mikumi zu übernachten.

Die große Frage auf jeder Safari ist: Werden wir auch Löwen sehen? Und schon beim Einsteigen ist mir dieses Exemplar vor die Linse gelaufen:

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Den Haaren nach eindeutig ein Löwe ….

 

Das erste was wir AUSSERHALB des Autos gesehen haben war aber nicht weniger beeindruckend – diesmal wirklich Löwen. Ein Rudel schläft unter einem Baum. Wir haben viel Glück, meint der Guide, so schnell Löwen zu sehen.

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Was sich sonst noch so alles im Park tummelt …. Elefanten, Giraffen, viele Gazellen und Antilopen, Büffel,Zebras, Gnus, ….

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Uns ist da so Einiges vor die Linse gelaufen in sehr kurzer Zeit, denn all zu lange wollten wir nicht bleiben. Heute Früh war schließlich Aufbruch nach Dar.

 

Abschied von Ifakara

Es ist soweit – heute ist unser letzter Abend in Ifakara …. morgen Früh geht es weiter nach Mikumi, zu einer 1-Tages Safari und von dort aus direkt nach Dar es Salaam.

Wir denken zurück an die letzten Tage und Wochen und an den heutigen Tag, an dem sich so viele unserer FeundInnen von uns verabschiedet haben. Die Studenten, die im Jugendzentrum unterrichten, Jakob und Joseph mit ihren Freunden …. Andresa und ihre Familie, die überglücklich sind, dass das Problem des Schulgelds für ein weiteres Jahr aus der Welt geschafft ist … Fahida und Elija, die uns an vielen Tagen begleitet haben … die Familie von Moses, die wir heute nochmal besucht haben, nachdem seine Mutter darauf bestanden hat, dass sie uns ihren Segen für die reise mitgeben möchte … Mama Mgaya, die Obfrau der “Wanawake Wakatoliki”, die sich im Namen der Frauen Ifakaras für die Projekte bedankt … Sombi, der nochmal mit uns in die Messe gehen wollte … Jugendliche aus dem Jugendzentrum …. viele waren es, die heute noch bei uns waren. Sie alle waren in den letzten Wochen Teil unseres Lebens und unseres Alltags.

Wir sitzen vor unserem Zimmer im lauen Abend, die Grillen zirpen, undefinierbare Tierlaute rund um uns herum und die Musik einer Feier dröhnt durch die Nacht. Europa scheint weit weg – unvorstellbar weit weg. Und doch sind wir in einer Woche schon wieder dort. Und vielleicht erscheint uns dann das hier als unvorstellbar weit weg …

Wir sind dankbar für die Zeit hier und die Begegnungen – ab morgen beginnt ein neuer Teil unserer Reise ….

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Das Gasthaus zur fröhlichen Schwester …

… hat uns heute Abend willkommen geheißen! Auf ihre Einladung hin, sind wir heute bei den Franziskanerinnen in Ifakara zum Abendessen erschienen und das Abend war alles andere als kontemplativ und ruhig!

Im Haus leben 4 Schwestern und sie alle freuen sich immer über Besuch! Sie haben uns vorzüglich bekocht und wir hatten einen wirklich, wirklich unterhaltsamen Abend mit 4 außergewöhnlichen Frauen. Sie strotzen vor Lebensfreude und Zuversicht und arbeiten allesamt fleißig für Menschen, die ihnen am Herzen liegen. So zB Schwester Agatha (“Mama Tangawizi”, nach ihrem Lieblingsgetränk), die sich jeden Tag für leprakranke Menschen einsetzt. Sie arbeitet im “Nazarethi”, der Leprastation in Ifakara und kümmert sich liebevoll und resoektvoll um die ihr anvertrauten Menschen.

Für uns war es eine Ehre den Abend mit diesen Frauen zu verbringen – und wir hatten sehr viel Spaß! Mit Nonnen verbinden wir in Europa meistens keine Frauen, die gern Witze machen, viel und laut Lachen und auch gern mal eine Flasche Bier aufmachen. Heute Abend haben wir Frauen getroffen, die Lebensfreude ausstrahlen und ihr Leben leben, bewusst mit Ordenstracht. Frauen, denen man es abnimmt, dass sie gerne Nonnen sind. Frauen, die – offensichtlich – glücklich sind!

Wir ernten ungläubige Blicke, als wir erzählen, dass Nonne bei uns Zuhause meist nicht in der Kirche tanzen, singen und schreien. Sie lachen sehr darüber und schließlich fragt die jüngste Schwester (Schwester Patricia alias “Mama Maji”): “Why?” “Warum?” Warum ist bei euch alles so ernst in der Kirche? Tja, wenn wir darauf eine Antwort hätten ….

Ana peni …..

Leises Flüstern das immer lauter wird …. es spricht sich schnell herum in der Grundschule Katindiuka, dass da jemand durch die Klassen geht und etwas ganz Besonderes verteilt … etwas Wertvolles … etwas Nützliches … etwas das jedes dieser Kinder gen haben möchte.

Was kann das sein? Es ist ein Geschenk einer Klasse im SPZ Zams, deren SchülerInnen und LehrerInnen wirklich sehr fleißig dafür gesammelt haben. Es sind ….. Kugelschreiber! Hier heiß begehrte Kostbarkeiten – und so geht das Gerücht die Runde, dass da jemand kommt und Kugelschreiber verschenkt. Als ich die einzelnen Klassen betrete ist es plötzlich ganz still. Eigentlich wäre der Unterricht ja schon beendet, aber alle sind noch da, für den Fall, dass an dem Gerücht mit den Kulis was dran ist … und dann werden die Kinderaugen groß – es stimmt wirklich!

Die Aufregung ist groß: Aan peni! (Er hat Kulis!) Die Kinder freuen sich und bedanken sich überschwänglich für dieses tolle Geschenk! Vielen Dank an unsere FreundInnen im SPZ Zams!

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