Hühner …die etwas anderen Haustiere

Die ersten Projektbesuche sind immer besonders spannend für mich. Was ist seit dem letzten Besuch passiert, was gibt es für Entwicklungen und vor allem: wie geht es den Menschen und was hat sich für sie getan?

Nach wie vor ist die Landwirtschaft eine der wichtigsten Einnahmequellen für die allermeisten Tansanianerinnen und Tansanianer. Und so ist es wenig überraschend, dass auch viele unserer Unterstützung im Bereich der Existenzgründungsprojekte mit der Landwirtschaft zu tun haben.

Wir machen uns auf den Weg über kleine Seitenstraßen, die kaum mehr sind als Pfade, zu einem der Projektstandorte im Ortsteil Kibaoni. Es hat in den letzten Tagen endlich geregnet – die Regenzeit im April ist fast zur Gänze ausgefallen. Nun bilden sich kleine und größere Tümpel neben den Häusern und auf den Wegen. “Wir hoffen es regnet weiter, bis Juni am Besten.”, das hören wir immer wieder. Auch wenn es die Gefahr gibt,  dass einige Häuser durch das Wasser beschädigt werden – das erscheint vielen als kleiner Preis, wenn die Alternative die Trockenheit auf den Feldern wäre. Die vor Kurzem bepflanzten Felder braucht jetzt Wasser.

Auch für Ophemia und ihre Tochter Rosemary sind die Felder die Haupteinnahmequelle. Damit sie aber nicht nur davon abhängig sind, haben sie eine für uns zuerst unkonventionell klingende Idee gehabt, was man (beziehungsweise Frau) mit 2 leerstehenden Räumen im Haus machen könnte. Und so sind neben dem Wohnzimmer und dem Schlafzimmer jetzt 2 Räume für die Aufzucht von Hühnern reserviert. Der Ertrag, den sie durch Aufzucht und Verkauf der Hühner erwirtschaften ist höher, als die Einnahmen durch die Vermietung der Zimmer bekommen würden. Und jetzt tummeln sich sich den Zimmern die Küken. Die Schalen der Reiskörner sind vorhanden und als Einstreu gut geeignet und die Kosten für Futter und Wasser halten sich in Grenzen. Gerne zeigen sie uns ihre Tiere, die ihnen ein gutes Zusatzeinkommen ermöglichen. Zum Beispiel für das Schulgeld für Alice, die Tochter von Rosemary … denn Bildung kostet in Tansania – leider.o

Der Start in Tansania 2025

Die Geräusche der Nacht und des frühen Morgens sind andere als in Europa. Der Ruf zum Gebet vom Minarett,  die gedämpfte Musik von einer Feier … in dem Morgenstunden Krähengschrei und Vogelsingen und das altbekannte  Geräusch eines kleinen Reisighandbesens auf der harten Erde.

Ich bin wieder im Tansania.  Dar es Salaam (kurz Dar), die größte Stadt des Landes, ist geschäftig wie eh und je. Es wird immer gebaut – an den Straßen,  an der Schnellbus Linie, eigentlich überall. Ganz schläft Dar nie, aber zumindest schlummert die Stadt am indischen Ozean und so fahren wir um ca 3 Uhr Nachts den Flughafen verlassend, zwar über weitgehend leere Straßen, aber vorbei an geöffneten Marktständen und Läden.

Jetzt, am ersten Morgen für mich zurück,  ist es ein anderes Bild. Dar es Salaam ist aufgewacht. Laut und chaotisch, voller Menschen und ohne Pause.

Auf der für Schnellbusse reservierten Spur blockieren Motorradtaxis und Motor ihre Kollegen auf 3 Rädern die Kreuzungen. Autos, Kleinbusse und Lastwagen stehen verteilt quer über die Straße und die sich hindurchwindenden Motorräder, Fahrräder und Fußgänger machen das Chaos perfekt.

Gedankliche Schnappschüsse von den Sarg-Zimmerern am Wegesrand, einer Gruppe von Frauen, die im Schatten einer ausgelassenen Tankstelle Tee trinkt und einem Motorradfahrer mit Helm, dicker Jacke und weißen Flipflops am dem Füßen.  Einige Bilder vom vielen.

Wir verlassen die Stadt und sind nun auf dem Weg durch die Küstenregion ins Landesinnere und nach Ifakara.