In unseren Projekten ist es uns wichtig nicht nur mit finanziellen Hilfen zu unterstützen. Es geht uns darum nachhaltige Hilfe zur Selbstständigkeit zu leisten – in anderen Worten: die Beteiligten sollen über den Projektzeitraum hinaus etwas in der Hand haben …
…oder im Kopf. In all unseren Projekten zum Thema Landwirtschaft und Gewerbegründung gibt es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Schulungsangebote. Diese reichen von Sortenauswahl, Techniken der Pflanzung und Techniken zur Verlustreduktion bei der Ernte, bis hin zu Marktanalysen im kleinen Stil und Umgang mit Ressourcen in kleinen Geschäften.

Auch Emanuel hat an den Schulungen teilgenommen, denn er wollte sich über die Vermarktung seiner Schweine ein Zusatzeinkommen erwirtschaften. Wir besuchen ihn und seine Familie. Der junge Mann lebt derzeit noch bei seinen Eltern, gemeinsam mit anderen Verwandten, seiner Lebensgefährtin und dem 4jährigen Sohn Gregori, der uns etwas unsicher beäugt.
“Diese Schulung hat mich zum Nachdenken gebracht. Es gibt hier eine Familie, die sehr gute Körbe flechtet. In der Stadt Makambako habe ich gesehen, dass weniger schöne Körbe viel mehr kosten als hier. Diese Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und viele Menschen machen dort Pausen oder steigen in Busse und Züge um – und oft kaufen sie dort auch ein. Ich fahre jetzt 2 mal im Monat mit jeweils 100 Körben im Gepäck mit dem Bus dorthin und verkaufe jedes Mal alle sehr schnell. Die Busfahrt kostet nicht so viel und ich mache guten Gewinn. In der Schulung habe ich aber gelernt, dass es gut ist eine solche Fahrt und die Zeit dort gut zu nutzen. Ich habe jetzt dort auch ein kleines Maisfeld, das ich bestelle und pflege, wenn ich sowieso schon vor Ort bin. Und auf dem Rückweg nehme ich Tomaten mit – die Tomaten aus Makambako sind besonders gut, das weiß jeder und ich erziele hier in Ifakara einen guten Preis mit ihnen auf dem Markt.” Er ist stolz, dass er selber die Idee hatte, seine Fahrten und die Zeit des Aufenthaltes zu optimieren.

“Es hat mir sehr geholfen, was ich gelernt habe. Wirklich! In der Schule habe ich das nicht erfahren.”, meint er. Und was macht er mit dem Gewinn? Jeden Monat legt er einen Teil zur Seite, für dir nächsten Fahrten und der Rest fließt in den Wunsch vom Eigenheim. Seine Baustelle müssen wir uns natürlich ansehen, das ist ihm wichtig. Es ist eine große Leistung, dass er beginnen konnte, ein Haus zu errichten. Auch, wenn es noch viele Fahrten brauchen wird, um das kleine Haus mit 3 Zimmern fertig zu stellen. Der Anfang ist gemacht und Emanuel wird es aus eigener Kraft schaffen seinen Traum zu erfüllen. Dank einer kleinen Anregung.
