Was bleibt …

 

Dieser Sonntag bringt uns zum Nachdenken. Bei all unseren Projekten denken wir darüber nach, was die langfristige Perspektive ist – sprich: Was bleibt? Heute hat diese Frage aber noch eine andere Bedeutung.

Wir denken an eine junge Frau, die uns noch vor 4 Jahren hierher begleitet hat. Petra, von der wir uns in diesem Jahr überraschend und viel zu früh verabschieden mussten. Plötzlich aus dem Leben gerissen.

Und auch hier ist die Frage: Was bleibt?

Viele die an sie denken, viele, die um sie trauern. Auch hier in Ifakara werden wir immer wieder nach denen gefragt, die uns in den letzten Jahren begleitet haben – auch nach Petra. Und überall sehen wir in überraschte und schockierte Gesichter, wenn wir erzählen, dass die junge Lehrerin aus Österreich in diesem Jahr verstorben ist.

Die Tierspenden, die sie vor ihrer Reise hierher mit ihrer Klasse am Akademischen Gymnasium Salzburg gesammelt hat (https://freundevonifakara.com/2014/08/03/ziegen-kuhe-usw/), haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Sie ernähren Familien und schaffen Einkommen.

Aber auch dieses Jahr können wir durch Petra, durch ihre Familie, ihre KollegInnen, SchülerInnen und FreundInnen wieder Menschen unterstützen. In diesem Jahr haben sich LehrerInnen und SchülerInnen des Akademischen Gymnasiums Salzburg im Andenken an unsere liebe Petra sowohl am Junior-Marathon in Salzburg (https://www.akadgym.salzburg.at/2018/05/08/das-akadgym-beim-salzburg-juiormarathon) beteiligt, als auch an einem Laufprojekt an der Schule (https://www.akadgym.salzburg.at/2018/05/28/schuelerinnen-des-akademischen-gymnasiums-erlaufen-e-8000) , bei dem unglaubliche Summen erlaufen wurden, die unsere Projekte hier unterstützen.

Und auch ihre Familie hat bei der Beerdigung an Stelle von Kranzspenden zu Spenden für die Projekte in Ifakara aufgerufen. Auch mit diesem Geld können wir in diesem Jahr wieder vielen Menschen helfen und ihr Leben hoffentlich nachhaltig positiv beeinflussen.

Eines der unterstützen Projekte ist unser Stipendien-Programm. Durch diese (und natürlich auch die anderen Bildungs-PatInnen) können wir auch dieses Jahr neue BewerberInnen für ein Stipendium besuchen – so auch die 15jährige Avelina.

 

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Die Familie der Schülerin ist überrascht als wir eintreffen – zwar hatten sie sich um Unterstützung beworben, dass es aber tatsächlich eine Chance für Unterstützung gibt, das klingt für sie fast zu gut um wahr zu sein.  Nach Abschluss der 7jährigen Grundschule musste Avelina 1 Jahr Zuhause bleiben, denn Geld für den weiteren Schulbesuch war nicht da. Für das erste Semester im Jahr 2018 hat die Familie durch 1 Jahr sparen das Geld zusammen kratzen können – morgen beginnt das neue Semester und bisher war unklar, ob das Geld reichen wird. Die Familie ist zwar nicht sehr groß, aber es gibt große Ausgaben, die bewältigt werden müssen. Denn der Vater des Mädchens, der bisher der Hauptverdiener war, ist krank. Es ist eine Augenerkrankung und er muss zu Untersuchungen regelmäßig nach Dar es Salaam fahren. Diese Fahrten und die Medikamente verursachen Kosten und da er kaum mehr arbeiten kann, muss die Mutter mit ihren Kindern und der Großmutter die kleine Landwirtschaft alleine weiterführen. Ob Avelina denn dann nicht zuhause gebraucht wird, fragen wir. Die Mutter antwortet klar: Sie soll es besser haben, sie soll zur Schule gehen, bitte.

Wir möchten die junge Frau etwas kennen lernen und fragen nach Hobbies. Sie blickt uns verwundert an – nach der Schule helfe sie im Haushalt, koche oder arbeite auf dem Feld. Hobbies, sowas habe sie nicht. Auch der Rest der Familie kann mit dieser Frage nicht viel anfangen.

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Und so wird Avelina morgen wieder in die Schule gehen. Im Wissen, dass sie eine Chance bekommen hat. Sie wird lernen verspricht sie uns, aufholen, was durch ein Jahr Zuhause verloren gegangen ist und die ganze Familie freut sich mit dem Mädchen.

Was bleibt … liebe Petra, von dir bleiben viele Spuren, viele berührte Herzen und viele Gesichter hier in Ifakara, die durch dich lachen können. Danke.

H (18)

2 thoughts on “Was bleibt …

  1. E sind berührende Geschichten, die du uns erzählst, lieber Johannes! Ich umarme dich, mein Johannes und segne dich!

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